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Dienstag, 20. Januar 2015

Neues Jahr mit alten Problemen



Die Medien scheinen Anfang diesen Jahres von den mörderischen Aktivitäten islamistischer Gruppen und den Aufmärschen von Bewegungen in Deutschland und Frankreich gegen Immigranten beherrscht zu sein.  Die Meinungsfreiheit gegen die Allmacht staatlicher „Fürsorge-„Organisationen, wie sich Geheimdienst heute darstellen, gilt es zu verteidigen. Pegida, Legida, Bärgida, Front National zwingen uns zum Nachdenken bringen, ob wir das gemeinsame europäische Haus weiter offen halten wollen. Deshalb sind die viel zahlreicheren Demonstrationen so wichtig, mit denen sich gleichzeitig Deutsche und Franzosen, auch hier in Großbritannien, Menschen gegen kleinbürgerliche, fremdenfeindliche Ressentiments zur Wehr setzen.  


Daneben sollte nicht aus den Auge gelassen werden: Die  wachsende Ungleichheit von Reichtum und deren soziale, politische und ökologische Folgen und Risiken. Ulrich Beck hat dieses akute Menschheitsproblem in der „Risikogesellschaft“ als Soziologe analysiert, Thomas Piketty hat es unlängst in „Das Kapital im 21. Jahrhundert“  mit Zahlenmaterial aufbereitet. In diesen Tagen hat OXFAM, die weltweit agierende Organisation zur Bekämpfung von Armut und Hunger, den politischen und Wirtschaftsführern, die in diesem Januar in Davos wieder zusammenkommen, eines der größten Probleme der Menschheit vorgehalten; vgl. 
http://www.oxfam.org/sites/www.oxfam.org/files/file_attachments/ib-wealth-having-all-wanting-more-190115-en.pdf
O-Ton Mark Goldring, OXFAM-Chef, 2014: „Inequality is one of the defining problems of our age. In a world where hundreds of millions of people are living without access to clean drinking water and without enough food to feed their families, a small elite have more money than they could spend in several lifetimes”.  Es ist nicht nur absurd, sondern inhuman und gefährlich, wenn die 80 reichsten Männer der Welt so viel besitzen wie fast 3,5 Milliarden Menschen (die Hälfte der Weltbevölkerung). In der Zeit des Elends des Zweiten Weltkrieges gegründet, hat sich OXFAM im Verbund mit den kritischen Medien zu einer Art Weltgewissen entwickelt und jetzt konkrete Vorschläge unterbreitet: U.a. Verlagerung der Steuerbelastung von Arbeit und Verbrauch zur Steuerbelastung von Kapital und Reichtum; Einführung von auskömmlichen Mindestlöhnen; Investitionen in allgemeine, freie öffentliche Versorgung mit Gesundheitsfürsorge und Bildung; globale Zielvereinbarungen zur Bekämpfung der Ungleichheit.

Dienstag, 6. Januar 2015

Ein neues Jahr – zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte …



Leider ist die Stimme eines Menschenfreundes, der seit 30 Jahren mit sozialwissenschaftlichem Sachverstand Mut zur Lösung der Gegenwartsprobleme gemacht hatte, am Neujahrstag  verstummt: Der deutsche Soziologe Ulrich Beck (1944-2015) schrieb und mischte sich ein. Sein Buch über die „Risikogesellschaft“ von 1986 rüttelte die Welt angesichts der Katastrophe von Tschernobyl auf. Darin und in der „Weltrisikogesellschaft“ von 2007 versuchte er, Wege „auf der Suche nach der verlorenen Sicherheit“ aufzuzeigen. Damit schuf er Zuversicht für all jene nachdenklichen Menschen, die in einer weltweit vernetzten Gesellschaft leben und angesichts der Risiken von Katastrophen atomarer, politischer und ökologischer Art  zu verzweifeln drohen. Der britische Soziologe Anthony Giddens bezeichnete Ulrich Beck als „den größten Soziologen seiner Generation“(http://habermas-rawls.blogspot.co.uk/2015/01/anthony-giddens-on-ulrich-beck-1944-2015.html).

Für mich ähnelt das Vermächtnis dieses Wissenschaftlers dem „Mythos des Sisyphos“, den der französische Denker Albert Camus mitten im Zweiten Weltkrieg veröffentlichte. Für kurze oder längere Zeit vermögen glücklicherweise die Musik und die schönen Künste unser Dasein zu verschönern.  Lasst uns zuversichtlich in die Zukunft schauen wie dieser kleine Kerl, den ich kürzlich im Museum  der Wiener Hofburg entdeckte.

Mittwoch, 5. November 2014

Leipzig - Berlin: 1989 - 2014 ein glückliches Kapitel deutscher und europäischer Geschichte

25 Jahre nach den Massendemonstrationen, die zur Öffnung der Mauer in Berlin, der deutsch-deutschen Grenze, zum Zusammenbruch des "Ersten deutschen Arbeiter- und Bauern-Staates auf deutschem Boden", der DDR,  und der anderen "sozialistischen" Regime führten, haben nicht nur die Deutschen allen Grund zur Freude.

Die Chronik des 09. November 1989 liest sich heute noch wie ein politischer Krimi:

http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Chronical/Detail/day/9/month/November/year/1989

Und so sah es im November 1989 an der Berliner Sektorengrenze aus:

http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.140162.1358171348!/httpImage/image.jpg_gen/derivatives/900x600/image.jpg

In Leipzig wurde 2014 mit einem riesigen Lichtfest an den 09. Oktober 1989 erinnert, an dem fast 100.000 Menschen friedlich und mit Erfolg demonstriert hatten. Auf Einladung von  Bundespräsident Gauck nahmen in diesem Jahr die Staatsoberhäupter der vier östlichen Nachbarstaaten an der großen Erinnerungsfeier teil:

http://www.mdr.de/89/best-of-neunter-oktober100.html

Mit dem Erscheinen des Buches "Redefreiheit" wurden erstmals die intensiven Diskussionen in der Messestadt im Krisenjahr 1989 veröffentlicht:

http://univerlag-leipzig.de/catalog/article/1576-Redefreiheit



Sonntag, 27. Juli 2014

Palestine and Syria



Fortunately there are some good European media reporting and commenting on the worst battlefields in the Near East: Palestine and Syria and the humanitarian crisises. Academics and artists are equally very much concerned. One of them is the conductor Daniel Barenboim who holds two passports – Israeli and Palestinians. As a UN Messenger of Peace he recently raised his voice in the British GUARDIAN and should be heard: 
 
http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jul/24/israelis-palestinians-losers-conflict-suffering-rights#start-of-comments 


Barenboim ist u.a. Ehrendoktor der Universität Oxford und musikalischer Direktor der Berliner Staatsoper, aber auch ein bedeutender Pianist, den ich im Leipziger Gewandhaus mit Bachs "Wohltemperiertem Klavier" hörte. Zugleich versucht er seit längerem, durch die Musik, insbesondere durch das Orchester des West-Östlichen Diwans, eine Brücke zwischen Arabern und Israelis zu schlagen. 
 

Dienstag, 24. Juni 2014

Menschen, die auch ich in Leipzig erlebte - nach der Wende





                                                               Herbst 1989 in Leipzig

Die heutige Meldung, dass der deutsche Nationalpreis an Christian Führer, Uwe Schwab und Christoph Wonneberger verliehen wurde, hat mich bewegt:

http://www.tagesschau.de/inland/nationalpreis-100.html

Den protestantischen Pfarrer Führer habe ich in meinen aufregenden Jahren (1992-2005) in Leipzig wiederholt in der Nicolaikirche erlebt. Diese barocke Kirche im Zentrum der Messe- und Universitätsstadt hatte der Protestbewegung jeden Montag ein christlich-revolutionäres Dach geboten. Führer beeindruckte als  bescheidener, aber mutiger Mann während der Zeit vor, während  und nach dem Schicksalsjahr 1989. Auch sein starkes soziales Engagement für die Arbeitslosen in der Stadt verdient hohe Anerkennung . Leipzig hatte sehr schnell mehr 120.000 industrielle Arbeitsplätze als Folge von Fabrikstilllegungen nach dem politischen und wirtschaftlichen Kollaps der DDR, aber auch wegen der erheblichen Schadstoffemissionen verloren. Der andere Pfarrer, Christoph Wonneberger, wohnte gar im gleichen Haus wie ich in der Leipziger Südvorstadt. Er war durch die Friedensgebete sehr bekannt worden, fiel aber gerade in den kritischen Wochen des Herbstes 1989 wegen einer schweren Erkrankung aus. Uwe Schwab, Mitbegründer des Neuen Forums, war als Bürgerrechtler besonders ins Visier der „Sicherheitskräfte“ der DDR geraten. 

Zu der heutigen Meldung passt ein Projekt der Stiftung „Bürger für Leipzig“: Das Buch „Redefreiheit“ wird im Herbst 2014 erscheinen – 25 Jahre nach dem Fall der Mauer – und verspricht spannend zu werden. Darin werden die Tonbandaufzeichnungen von politischen Veranstaltungen während des Leipziger Herbstes 1989 erstmals ausgewertet: http://www.buerger-fuer-leipzig.de/stiftung/Redefreiheit.asp

Donnerstag, 22. Mai 2014

Artist Ai Wei-Wei: Evidence in Berlin




In May 2014 my wife and I went to see the Ai Wei-Wei exhibition that is on here in Berlin until 07 July 2014. Though you don't get the scale of course, please klick on the following link and you will see some of his works: 

https://www.berlinerfestspiele.de/en/aktuell/festivals/gropiusbau/programm_mgb/mgb14_ai_wei_wei/ausstellung_ai_weiwei/veranstaltungsdetail_80214.php




Her short report: It was the best exhibition of contemporary art I have seen for a long time.  The man is just extraordinary - such technical skill, so many ideas, such courage, so politically involved, so humorous.  The huge central courtyard with the stools is so beautiful in real life, as there are a couple of thousand stools, each one different. Wonderful things in marble - marble, for heavens sake - and wood and metal and photography and films of the various political actions. And then the wallpaper made out of the IOU's to all the people who sent him 1 million Euros to support him.





And things made from the metal bars out of the reinforced concrete of all those badly-built schools where over 5000 children were killed during an earthquake. It's thanks to him that we even know there were at least 5,000. Amazing films of him recreating his captivity of 81 days and an installation recreating his padded cell. 
You should not miss this exhibition of the most important artist of the present day!